Doping im Alltag - Ärztekammer warnt

15. August 2011 – 16:43

Die Landesärztekammer informiert, dass die Zahl der Menschen, die nicht vom Arzt verschriebene Medikamente einnehmen, angestiegen ist. Dafür gibt es viele Ursachen. Einige davon können Sorgen im Alltag sein bzw. auch, um die körperliche oder sexuelle Leistungsfähigkeit zu erhöhen.

Christoph von Ascheraden, Kammerausschuss für Suchtmedizin, zeigte sich auf dem am 17. November stattgefundenen Symposium besorgt: “Wir sehen uns in der Verantwortung, die Öffentlichkeit und die Kollegen für das Thema zu sensibilisieren. Er sagte, dass diese Menschen ihre Identität mit den Medikamenten gefährden, wenn sie ihre Leistungsfähigkeit hierdurch beeinflussen und Probleme im Alltag hiermit abfedern. Die Nebenwirkungen außen vor gelassen, besteht hier ein nicht zu unterschätzendes Risiko, süchtig zu werden.

Es ist durch das Internet relativ leicht, an diese Medikamente zu kommen. Allerdings macht Ascheraden auch den Ärzten Vorwürfe, denn diese empfehlen den Patienten oft zu unbedacht verschiedene Medikamente. Er nennt als Beispiel Medikamente, die bei einer leichten Form von Depression empfohlen werden oder auch das Medikament Methylphenida (Ritalin).
Mit diesem Wirkstoff sollen Kinder behandelt werden, das das Aufmerksamkeitsdefizit- Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) haben. Jedoch nehmen dieses Medikament gemäß den Ausführungen von Herrn Ascheraden zunehmend auch völlig gesunde Kinder und auch Erwachsene ein, damit die Konzentrationsfähigkeit gesteigert wird. Hierbei kann es zu Veränderungen der Persönlichkeit kommen, der Antrieb kann verringert werden, Depressionen können als Folgeerscheinung auftreten und es kann auch zur Abhängigkeit führen. Ascherade warnt dazu: “Die Risiken können nicht abgeschätzt werden, und das ist die Gefahr.”

Mit dem in Stuttgart stattgefundenen Symposion verfolgte die Landesärztekammer das Ziel, Aufklärung zu betreiben und die Ärzteschaft anzuregen, Medikamente verantwortungsvoll zu verschreiben auf entsprechend erstellten wissenschaftlich fundierten Diagnosen.

http://www.gmx.net/themen/gesundheit/psychologie/866wjfy-vorsicht-bei-doping-im-alltag

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